PostHeaderIcon Fin Porzner, Photographische Arbeiten

Fin Porzner zeigt in dieser Ausstellung sehr gegensätzliche Arbeiten: Porträts aus Berlin und aus der Südsee. Alle Bilder thematisieren die Selbstinszenierung im Genderkontext, das Übliche wird in Frage gestellt und die Ergebnisse dieser Fragestellungen sind Antworten voller Schönheit und Mut. Die Künstlerin zeigt in ihren Arbeiten die feminine Seite der Männer, in sich ruhende Beauty Queens, die sich von nichts und niemand fremd bestimmen lassen.
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Fin Porzner: "Vor ca. 30 Jahren war ich das erste mal in der Südsee auf den Fijis. dabei habe ich erfahren, daß dort Männer, die den üblichen heterosexuellen Stil nicht leben können, als das Dritte Geschlecht in die Kultur eingegliedert werden. Sie leben ohne ausgestoßen zu werden, friedlich und angesehen. 2006 habe ich eine Sendung über Tonga und der Krönung des neuen Königs Siaosi Tupou V. gesehen, was mich sehr neugierig gemacht hat. Sie zeigten den Friseur des Königs und den Eventmanager des Königs und beide wurden als Personen beschrieben, bei denen nicht klar sei, ob sie Männer oder Frauen sind. Sofort habe ich mir den Namen des Friseurs aufgeschrieben, um später über ihn zu recherchieren. Dann war ich wirklich da, auf der Insel Tonga Tapu, das ist der Sitz des Königs. Man muß wissen, Tonga besteht aus 175 Inseln!!! Dort habe ich unter anderen, den Eventmanager vom König Joey Mataele kontaktet und ihn und viele andere Vertreter des Dritten Geschlechts. Die meisten von ihnen arbeiten als Frau und werden als Frau behandelt. Sie fühlen sich wie das Dritte Geschlecht, das als Begriff in der Kultur existiert und als solches akzeptiert ist. So gibt es keinen Zweifel und keine moralischen Gedanken. Die Transen werden in der Südsee grundsätzlich als "leben wie eine Frau" bezeichnet und sie sehen also nicht nur wie Frauen aus, sondern sie wollen auch in der Frauenrolle leben. Sie werden in den Familien als Mädchen erzogen. Sie bilden gerne eine Familie mit adoptierten Kindern oder unterstützen in der Familie ihre eigene Mutter als Tochter. Zurück in Berlin hatte ich das Bedürfnis, Berliner Transen zu porträtieren und zwar in ihren Partyoutfits um den Spaß an der Selbstinszenierung festzuhalten. Die Transen in der Südsee habe ich in ihrem alltäglichen Frauenoutfit fotografiert, d.h. in der normalen Frauenrolle. Wenn sie ausgehen, tragen sie auch kreative, feminine, bunte Kostüme. Es gibt auf Tonga in Nuku Alofa einmal im jahr eine dreitätige Wahl zur Miss Galaxy. Ein beliebter Schönheits- und Kostümwettbewerb für die "leben wie eine frau".
pfeil Exponate
pfeil Vita Fin Porzner
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