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Ausstellung "Asymmetrophobie" vom 20.11.-10.12.2009

Compositionen von Bilbo Calvez

in der Galerie Su De Coucou

sora

«Schwester und Bruder»

Die Natur hat eine ausgeprägte Vorliebe für Symmetrie. Kleine Kinder z.B. erleben einen regelrechten Entwicklungssprung, wenn sie sich bewusst dafür  entscheiden, über die zwanghafte Symmetrie Ihrer Zeichnungen zu springen und rebellisch ein asymmetrisches Gesicht frontal zu zeichnen.
Doch trotz der besonderen Asymmetrophobie der Natur gelingt es dieser nicht wirklich, die absolute Symmetrie durchzusetzen.

Einige Künstler und Wissenschaftler haben damit experimentiert eine Gesichtshälfte eines Menschen mit dessen Spiegelbild zusammen zu fügen und dabei ein komplett symmetrisches Gesicht zu erzeugen. Letztere haben auch versucht, die Verbindung « rechte Gesichthälfte / linke Gehirnhemisphäre » -und umgekehrt-  deutlich zu machen und nach absoluten Regeln gesucht. Mit wenig Erfolg.

Da die Verteilung der Funktionen in den beiden Gehirnhemisphären u.a. von Geschlecht, Kultur und Alter beeinflusst wird, weil außerdem Linkshänder dieser Verteilung nur bedingt folgen und weil schließlich kaum eine Aktivität exklusiv durch nur eine Gehirnhälfte kontrolliert wird, habe ich nicht die Absicht, hiermit eine zum scheitern verurteilte wissenschaftliche Arbeit vorzulegen.

Jedoch habe ich für meine Arbeit das gleiche Werkzeug benutzt. Es bleibt für mich ein kraftvoller Weg, Gesichter zu analysieren und zu verstehen. Mit dem Zusammenfügen einer Gesichtshälfte mit ihrem Spiegelbild entstehen Schimären - Menschen, die nie existieren könnten, da kein Gesicht perfekt symmetrisch ist. Manche Facetten, die man in dem Original nicht hätte sehen können (die einem im Original verborgen blieben), werden plötzlich deutlich offenbart. Als ob sich manche Geheimnisse und Gefühle hinter der Asymmetrie eines Gesicht sich verbergen möchten.

Auch ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, eine Verbindung zwischen den Gesichtshälften und den mit ihnen verbundenen Gehirnhälften zu suchen und habe auch meine eigenen Theorien entwickelt.

Aufgrund meiner empirischen Erfahrungen habe ich mich entschieden, die jeweils zwei Schimären eines Menschen folgendermaßen zu bezeichnen: Die rechte Schimäre (also von der linken Gehirnhemisphäre kontrolliert) bezeichne ich als die männliche Schimäre. Die linke Schimäre, der rechten Hemisphäre zugehörig bezeichne ich als die weibliche Schimäre. Interessanterweise steht die in der Forschung und in der populärwissenschaftlichen Literatur meist übliche Verteilung der Funktionen auf die beiden Gehirnhälften im Einklang mit dieser Hypothese.

Im Grunde offenbart uns also das Betrachten beider Schimären eines Menschen jeweils Facetten seiner männlichen und weiblichen Persönlichkeit.

Für eine Detail-Ansicht bitte auf das Bild clicken.

Model

« Verbindung Schimäre, Gesichtshälfte und Gehirnhemisphäre »

Die Augen bilden keine Ausnahme was die gekreuzte Motorik betrifft, allerdings gibt es eine Trennung zwischen der Funktionalität beider Augenhälften. Die Informationen des linken Sichtfeldes beider Augen werden vom rechten Kortex verarbeitet. Die rechte Gesichtshälfte des Gegenübers - die männliche -?wird im linken Sichtfeld eines Betrachters gesehen und von dessen rechten Kortex - dem weiblichen - verarbeitet.
Die Frau in uns sieht den Mann in den anderen...?Und umgekehrt.

Durch das Erstellen von rechten und linken Schimären einer Person werden manche Facetten,die man in dem Original nicht hätte sehen können, plötzlich offenbart.??Als ob sich manche Geheimnisse und Gefühle hinter der Asymmetrie eines Gesichtes verbergen möchten.

Bei der Ausstellung im Saloon De Coucou werden 8 Kompositionen aufgestellt (100*70), wobei die Schimären auf den Kompositionen jeweils unterschiedliche Merkmale hervorheben.
Dazu wird eine interaktive Installation ausgestellt. « FACE to FACE ». von Bilbo Calvez, Tristan Defert und Tschoatscho Kettl.

pfeil Vita
pfeil Face to face

pfeil www.bilbo.calvez.info/asymmetrophobie.html